Was in diesen Tagen an Worten auf die Goldwaage gelegt wird, ist schon bemerkenswert.
Da sichert man – zumindest meines Wissens – zu, dass ein Minister eines anderen Landes, hier Entwicklungsminister Niebel, einen Ort, hier in Gaza besichtigen kann, der mit seinem Ressort in Zusammenhang steht. Dann fliegt dieser Minister ein paar Stunden hin und dort ist dann auf einmal alles anders, man will ihn nicht dorthin lassen.
Israel gestatte es grundsätzlich keinem ausländischen Regierungsmitglied, den Gazastreifen zu besuchen, da solche Besuche von der Hamas zu PR-Zwecken instrumentalisiert würden, so die offizielle Begründung.
http://www.spiegelfechter.com/wordpress/3236/israel-kapert-den-freedom-niebel
Das hätte man ihm vielleicht auch vorher sagen können, anstatt unsere Steuergelder und seine Zeit zu verschwenden. Dass er da etwas aufgebracht ist, und sann so etwas sagt:
“Es ist für Israel fünf Minuten vor zwölf”
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,701926,00.html
ist für mich völlig verständlich. Doch nein, man muss ja gleich böse Absichten hineininterpretieren und spekulieren, was denn dann um 12 passieren würde. Am besten sind dann noch die Oppositionspolitiker:
Auch Außenpolitiker der Opposition kritisierten die Äußerung.[...] Rolf Mützenich von der SPD. Doch der “Fünf-Minuten-vor-zwölf-Satz” sei “außenpolitisch überdreht”. Als Vertreter einer deutschen Regierung, die sich in einer besonderen historischen Verantwortung gegenüber dem jüdischen Volke sehe, müsse der Minister differenzieren [...]
Besondere historische Verantwortung schön und gut, aber dass 5 Minuten vor 12 nun irgendeine besondere negative Bedeutung in der deutschen Geschichte gehabt hätte – das wäre mir nicht bekannt. Da fand ich die hier schon grenzwertiger:
“Und für Miroslav Klose: ein innerer Reichsparteitag, jetzt mal ganz in Ernst, dass er heute hier trifft”, hatte die Moderatorin in der Halbzeitpause beim DFB-Spiel gegen Australien am Sonntagabend gesagt.
http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,700509,00.html
Aber letztendlich ist das doch alles merkwürdig aufgebauscht: eigentlich hätten die Medien dank WM doch genug zu berichten – scheinbar kommt das Sommerloch trotzdem…